GRA Diagnose

Bei dieselschrauber.de findet man Hinweise, wie man die GRA aktiviert. Leider hat nicht jeder ein 1551-Diagnosegerät zur Verfügung, so empfehle ich daher, das VAG-COM bei MFT zu bestellen. 

 

Um die GRA aktivieren zu können, müssen aber folgende Signale unbedingt vorhanden sein :

  • Kuppelungspedalsignal
  • Bremssignal
  • V-Signal
  • GRA-Schalter

Der org. Blinker-GRA-schalter (VW-Bus-T3 Look and Feel) kann mit folg. Bestellnummer bestellt werden:

  • 251 953 513A 01C satinschwarz

Die o.a. Signale (bis auf GRA-Schalter) haben auch einen weiteren Zweck. Sind diese Signal nicht vorhanden, kann es zum Rupfen beim Einkuppeln kommen. Anscheinend wird das Drehmoment abgesenkt sobald die Kupplung getreten ist. Erst wenn die Kupplung vollständig eingekuppelt ist und der Wagen ein bißchen rollt (V-Signal), gibt das STG die volle Leistung für den Motor. Vorteil: Das Getriebe wird geschont.


Woher bekomme ich ein brauchbares V-Signal ?

Es gibt da unterschiedliche Varianten. Das STG erwartet ein Rechtecksignal. 1000 Signale (Radumdrehungen) ergeben für das STG einen Kilometer Wegstrecke. Hieraus berechnet es dann ganz von alleine die Geschwindigkeit (Für Experten : v=s/t). Beim Spenderfahrzeug (Golf oder Passat) sitzt der Geber im Getriebe und mißt dort direkt auf der Welle zu einem Antriebsrad. Beim VWBUS gibt es leider keine Möglichkeit den Geber sinnvoll im Getriebe zu plazieren, deshalb bleibt uns nur die Möglichkeit uns das Tacho mal genauer anzuschauen. Auf dem Tacho steht eine Kennzahl und diese kennzeichnet die Beziehung "Weg-Drehzahl". Im Bus (2-Rad-Antrieb) befindet sich ein Tacho mit der Kennzahl 510, d.h. 510 Radumdrehungen=Tachowellenundrehungen entsprechen einem Kilometer. Hier steckt das Problem... Jetzt wirds kniffelig :

Im Tacho befindet sich an der Nabe, wo die Welle eingesteckt wird, ein Magnet.

Variante 1: Es gibt Leute die bauen den org. Induktivgeber (siehe Induktionsgesetz Physikhandbuch) und den Signalverdoppler (auch org. VW) für das Gamma-Signal (Bus langsam -> kein Lärm -> Musik leise; Bus schnell -> viel Lärm -> Musik muß lauter) ein. Der Induktivgeber liefert ein Sinussignal, mit dem das STG nichts anfangen kann. Hinter dem Signalverdoppler verbirgt sich aber eine Schaltung, die das Sinussignal in ein Rechtecksignal wandelt und gleichzeitig die Frequenz des Rechtecksignals verdoppelt. Dieses Signal kann man nutzen. Es ergeben sich somit 1020 Rechtecksignal pro Kilometer. Wenn man dieses Signal verwendet, zeigt das STG also ein bißchen zuviel an. Naturwissenschaftler könnten jetzt den absoluten und relativen Fehler bestimmen. Bei mir hat diese Variante aber nicht funktioniert, obwohl mein LLE serienmäßig über ein Gamma-Signal verfügt. Ich vermute daher, daß einige STG's Probleme damit haben, weil anscheinend die Schaltung, die das Rechtecksignal generiert, nicht optimal arbeitet.

Variante 2: Man baut einen Hall-Geber (siehe Halleffekt Physikhandbuch) anstatt des Induktivgeber in das Tacho. Dieser Geber liefert von sich aus ein Rechtecksignal. Problem: Im unserem Bus ist ja ein 510'er-Tacho. Schlimm ? Das STG bekommt also nur 510 Signale pro km, da es aber 1000 erwartet, zeigt es also immer die halbe Geschwindigkeit an. Schlimm ? Nö, eigentlich nicht, ABER die GRA läßt sich erst ab 40km/h aktivieren. Wir müßten also 80km/h schnell sein, damit wir die GRA aktivieren könnten und das ist doch Mist. Nun kam Dieter auf eine Lösung und entwickelte einen eigenen Geber, welcher das richtige Signal für das STG liefert. Ich habe als Versuchskanninchen gedient und habe seinen Prototyp in meinem Bus. Der Geber funktioniert super (Haben wir mit Diagnosekabel überprüft). Und was ist mit den Synco-Fahrern ? Die haben ja ein 1000er-Tacho, denn beim Synco geht die Tachowelle zum Getriebe. Die brauchen also nur einen einfachen Hall-Geber (gib's auch bei Bernd). Die Synco-Fahrer sollten auch von Variante 1 Abstand nehmen, da sonst das STG die doppelte Geschwindigkeit annimmt.